Die Zukunft gehört der Schwammstadt.

Wasser ist lebenswichtig. Manchmal aber auch bedrohlich. Wenn viel Regenwasser auf versiegelte Fläche einer Stadt trifft, gleicht das einem immer voller werdenden Waschbecken mit einem zu kleinen Abflussrohr. Den Wasserhahn können wir abstellen. Starkregen wird hingegen schnell zur Katastrophe. Erst recht, wenn wir davon ausgehen können, dass Starkregenereignisse auch in Zukunft weiter zunehmen werden. Die Stadt der Zukunft muss reagieren. Eine Antwort: die Schwammstadt.

Warum immer mehr Städte zur Schwammstadt werden wollen und warum die Schwammstadt nicht nur gegen Starkregen, sondern auch gegen Hitze schützt, ist Thema des heutigen Blogbeitrags.

Wenn Regenwasser in der Stadt zum Problem wird

Anders als in der Natur, muss sich das Regenwasser im urbanen Raum über Dächer und asphaltierte Straßen seinen Weg durch die Abwasserschächte in die Kanalisation suchen. Das Abwassersystem ist jedoch in seiner Kapazität begrenzt. Trotz durchdachter, technischer Lösungen wie Regenrückhaltebecken oder Regenüberlaufbecken für größere Niederschlagsmengen droht regelmäßig die Überlastung und damit die Überflutung. Während die Möglichkeiten zum alternativen Umgang mit Schmutzwasser aus Hygienegründen begrenzt sind, sollten wir den Umgang mit Regenwasser deutlich kritischer hinterfragen.

Die Natur zum Vorbild nehmen und Regenwasser als Chance verstehen. Was ist die Schwammstadt?

Wir denken gerne in technischen Lösungen. Doch statt die Kanalisation einfach leistungsfähiger zu machen, setzt die Schwammstadt bereits einen Schritt vorher an. Schwammstadt bedeutet, dass Regen dort versickert, gespeichert oder verdunstet wird, wo er fällt. Man kann auch von dezentralem Wassermanagement sprechen, aber Schwammstadt klingt doch deutlich interessanter:).

Das Vorbild für das Schwammstadt-Konzept ist unserer Wald, in dem Regenwasser einfach versickert oder sich in kleinen, natürlichen Seen gesammelt wird. Angefangen bei der Baumkrone über den Waldboden mit Moos- und Humusschichten, Gängen und Hohlräumen entsteht ein natürlicher Wasserspeicher als Teil des Wasserkreislaufes – ein Schwamm. Was nicht mehr aufgesaugt werden kann, fließt durch verschiedene Gesteinsschichten ins Grundwasser. Übertragen auf die Stadt bedeutet das, durch die Installation solcher “Schwämme” soll das Niederschlagswasser einfach “aufgesaugt” und gespeichert statt in die Kanalisation abgeleitet werden.

Das hat gleich mehrere Vorteile, denn

  • die Kanalisation wird bei Starkregen entlastet,
  • durch Verdunstung entsteht eine natürliche Kühlung und verbessertes Stadtklima,
  • es gibt mehr Grünflächen, mit allen, damit verbundenen Vorteilen.

Viele dieser Elemente werden insbesondere in Neubauprojekten mittlerweile umgesetzt. Hier existieren auch klare Regeln für den Umgang mit Regenwasser. Als Vorreiter gelten aber, wie so oft, die skandinavischen Städte. Kopenhagen wird besonders oft genannt. Doch auch viele deutsche Städte wollen hier eine führende Rolle übernehmen. In mir löst dieser Weg auf jeden Fall Begeisterung aus, denn im Stuttgarter Westen, wo ich lebe, vermisse ich die Schwammstadt bisher weitestgehend. Doch auch Stuttgart will zur Schwammstadt werden und Initiativen sind bereits gestartet (Quelle). Sind wir gespannt, wie es weiter geht.

Weitere Quellen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Consent Management Platform von Real Cookie Banner